Was wird 2050 noch wichtig sein?
- agentura45
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Das Künstlerkollektiv aus Katharina Bierreth-Hartungen, Dagmar Frick-Islitzer, Yoly Maurer, Toni Ochsner und Angelika Steiger zeigt vom 18. bis 25. September die länderübergreifende Ausstellung «2050 – Changing View» im Kunstsalon Schönbrunn in Wien.
Von Miriam LümbacherLiechtensteiner Vaterland, 7. August 2026
Angefangen hatte es als Projekt von Visarte Liechtenstein im Rahmen der Triennale 2024. Das Künstlerkollektiv aus Katharina Bierreth-Hartungen, Dagmar Frick-Islitzer, Yoly Maurer, Toni Ochsner und Angelika Steiger beschäftigte sich mit der Frage, was im Jahr 2050 noch wesentlich sein wird und was wir mit unseren persönlichen Fähigkeiten dazu beitragen können.
Somit sei die Idee entstanden, sich auf Haltungen und Fähigkeiten zu konzentrieren, die wir als Menschen ohnehin in uns tragen. Dies bedinge die Bereitschaft, alles gehen zu lassen, was keine Zukunftsperspektive hat, um unsere Visionen nicht zu blockieren, ergänzt Angelika Steiger.
Eine Vision allein anhand persönlicher Antworten zu entwickeln, erschien dem Künstlerkollektiv jedoch zu wenig dicht, zu wenig tragfähig. Dafür hat das Kollektiv einen Fragebogen entwickelt, der von 80 Menschen verschiedenster Kontinente, Kulturen sowie Alters- und Berufsgruppen beantwortet wurde.
Harmonische Zusammenarbeit
Auch Frick-Islitzers 30 Begriffe aus ihrem Buch «Künstlerische Agilität – 30 Wege zur schöpferischen Kraft» kamen darin federführend zum Tragen und eröffneten faszinierende Perspektiven.
«Durch die Sichtweise anderer hat sich auch unser eigener Zugang weiterentwickelt», erinnert sich Yoly Maurer. «Niemand ist beim ersten Gedanken hängengeblieben, die Gruppe wurde noch dynamischer.»
Interessant daran sei die abwartende Haltung, die der grösste Teil der Befragten gezeigt habe, und dass wenig eigene Ideen in den Raum geworfen worden seien, führt Maurer weiter aus.
«Die Entwicklung ist jetzt jedoch auch in der Schwebe und man weiss gar nicht, in welche Richtung es geht», empfindet Steiger diese allgemeine Stagnation als verständlich und fügt hinzu: «Es ist eine wunderbare Phase, in der alles möglich ist.»
Aus dieser Auswertung hat sich schliesslich ein Gemeinschaftswerk ergeben, das die Umfrage ummantelt und visuell und auditiv zur Geltung bringt und das die Essenz der verschiedenen Aussagen widerspiegelt. Zusätzlich hatte jeder und jede eine individuelle Einzelposition mit Bezug auf die Zukunft entworfen.
Angelika Steiger, deren Solarbeit sich der Dualität widmet, schwärmt in diesem Zusammenhang von der harmonischen Zusammenarbeit in der Gruppe, worin sie von den anderen im Kollektiv einstimmig bestätigt wird.
Dagmar Frick-Islitzer sieht darin den Schlüssel für die Zukunft. Sie bringt die japanische Tradition der Todesgedichte bei Zen-Mönchen und Haiku-Dichtern auf Solarmodulen zum Leuchten. «Wenn jeder aus sich schöpft, sein Bestes gibt und seinen Platz einnimmt, muss er nicht neidisch sein auf einen anderen Platz.»
«Dann ist es auch völlig egal, was andere denken», meldet sich Toni Ochsner zu Wort, der sich in seinem Einzelprojekt die Frage stellt, was es zunächst gilt aufzuräumen, bevor wir unsere Wünsche verwirklichen können.
Yoly Maurer beschäftigt sich mit 2050 in Form eines Schach- und Würfelspiels um die Zukunft, während Katharina Bierreth-Hartungen unseren Lebensweg labyrinthisch darstellt.
Kraft durch Gemeinschaft
«Jammerschade», diese Ausstellung «bei all dem Herzblut, Engagement und der menschlichen Kraft» nur im Seitenlichtsaal des Kunstmuseums Liechtenstein zu zeigen. Auch da war sich das Künstlerkollektiv einig.
Yoly Maurer konnte daraufhin den Kunstsalon Schönbrunn für die Ausstellung gewinnen, in dem das Kollektiv im September seine Kunst im Rahmen von fünf Veranstaltungen präsentieren wird. Die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs stellt dem Künstlerkollektiv die Räumlichkeiten in Wien zur Verfügung.
All das soll in den Besuchern Impulse auslösen, in Bewegung zu kommen. Dagmar Frick-Islitzer spricht von einer gemeinsamen Durchschlagskraft, wenn sich die Gemeinschaft engagiert. «Scheitern ist erlaubt, aber Stehenbleiben ist keine Option», so die Künstlerin.
Auch Yoly Maurer ist sich der Dringlichkeit bewusst. Der Zeitpunkt werde kommen, an dem wir merken: «So geht es nicht. Wir müssen es anders machen.»
Angelika Steiger setzt ihre Hoffnung dabei auf die heutige Generation: «Die Welt wird von neuen Köpfen geführt, die nicht mehr nur in einem Raster denken. Deshalb blicke ich ganz positiv in die Zukunft.»
Wir müssen uns Fähigkeiten erlauben, die wir schon als Kinder im Spiel gepflegt haben, bringt Frick-Islitzer ein. «Neugierde. Gestaltungswille, Spielfreude. Wir dürfen uns mehr zutrauen. Ich muss nicht alles wissen, aber das, was ich weiss, kann ich gestalten.»
Bildlegende: Dagmar Frick-Islitzer, Toni Ochsner, Yoly Maurer und Angelika Steiger (v. l.). Bild: Nils Vollmar.



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